Gerard: AAA | Album-Review

Neues Album, neues Label, neue Produzenten. Am Freitag (26.06.2017) hat der österreichische Rapper Gerard sein neues Album „AAA“ veröffentlicht. – Eine Kritik:

 

Nach „Blausicht“ im Jahr 2013 und „Neue Welt“ im Jahr 2017 erschien am Freitag Gerards neues Album „AAA“. Es ist sein erstes Album, das er über sein eigenes Label FuturesFuture veröffentlicht hat.

„AAA“ – wofür könnte die Abkürzung wohl stehen? „Access All Areas“? „Alles auf Anfang“? Oder „Anders als alles“? Zumindest ist das aktuelle Album des Österreichers anders als der Vorgänger „Neue Welt“. So sagt Gerard selbst, es sei ein ganz anderer Sound (als bei „Neue Welt“). „Der vielleicht größte Unterschied ist glaube ich, dass die Drum mehr „bangt“. Der Klang der Drums ist weniger Indie-mäßig, als bei „Neue Welt“. Auch wenn das kein Indie-Album war. „AAA“ ist puristischer, eher wie auf „Blausicht“.“ Das ist deutlich zu hören. Inzwischen ist der Bass wummernder, die Beats dafür ausgefeilter und filigraner. Wie bereits von der Single „Luftlöcher“ gewohnt, singt Gerard bei einigen Songs mit Kopfstimme. Insgesamt ähnelt es von der Gesang-Rap-Ratio her allerdings mehr „Blausicht“ als seinem zweiten Album.

Die trippig-ruhigen und zugleich druckvollen Instrumentals kommen aus der Hand von Albin Janoskas. Dieser produzierte unter anderem auch für SOHN und Banks. Ein bisschen ungewohnt: Die Einbeziehung von theaterartigen Vocals. Bei „Fliege davon“ hat sich Gerard Verstärkung von der experimentellen bis absurden Schlager-Rap-Kombo „Schönbrunner Gloriettenstürmer“ geholt.

Dass Gerard auch Kritik kann, zeigt sich in Play/Skip („Die Gratiszeitungen an der U-Bahn-Station schüren Panik / Ich schau, wann die U-Bahn kommt, doch sie fährt nicht / Jaja, Schienenersatzverkehr, my ass, wofür zahl ich? / Die farblich gut abgestimmten Werbeplakate sind zwar nichtssagend, aber vielversprechend“) und der bereits vorab veröffentlichten Single Luftlöcher („Doch in anderen Ecken dieser Kugel versteckt man sich nicht vor der GEZ / Sondern vor Kugeln“).

Doch Gerard blickt auch in die Zukunft. Sein wohl momentanes Motto: Einfach mal machen. So heißt es in „Frösche“: Frösche gehen bei Regen nicht raus / Sie bleiben lieber unter Wasser / Aber wir sind an der Wasseroberfläche und probieren das jetzt aus. 

Insgesamt ist „AAA“ ein angenehmes Album, das sich, könnte man es anfassen, wohl sanft und flauschig zugleich anfühlen würde. Eine schöne Zukunftsvision.

 

AAA ist hier erhältlich 

Vorschaubild: Gerard blickt auf sein neues Album. © Gerard/Kidizin San; Bearbeitung: CampusCrew

 

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