Kategorie: Die Kolumne

Die Kolumne ist die wöchentliche Kolumne von Christoph

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Applaus, Applaus für deine Worte

Wer heutzutage als Zeichen des Protestes einen Redner mit Applaus und Jubel angreift, der verhält sich zutiefst antidemokratisch. Denn die Rede- und Meinungsfreiheit gilt nur für die Person auf der Bühne oder am Rednerpult. Wenn also ein AfD-Politiker zum Thema „Die 4. Gewalt – Die Macht der Medien“ von einer Gruppe junger Studenten übertönt wird, kann von friedlichem Protest und Meinungsäußerung keine Rede sein, denn die übertriebene Lautstärke kann zu Verletzungen im Ohrenbereich führen. Wenn es im Vorfeld der Veranstaltung heißt, man sei an einem demokratischen Dialog interessiert, verwundert die Haltung der Universität und der Veranstalter um so mehr, denn anscheinend ist...

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«An meine liebste beste Freundin» – Das Comeback des Briefes

An meine liebste beste Freundin, ich habe in letzter Zeit feststellen müssen, daß wir zu Sklaven der modernen Technik verkommen sind. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, dir einen guten alten Brief zu schreiben und den schön mit einer Briefmarke auf dem Kuvert an dich zu schicken! Ist ja auch voll retro. Ich finde es echt schade, daß die Menschen sich keine Briefe mehr schreiben. Es hat diese persönliche Note mit der Handschrift und dem schönen Papier. Man gibt sich auch automatisch mehr Mühe beim Schreiben, weil man denkt, eine verlotterte Sprache sei dem teuren Briefpapier unwürdig. Wenn man den...

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10 Fragen an Vice, die du dich niemals trauen würdest zu stellen

Jeder Jugendliche kennt bestimmt die gesponserten Artikel des hippen Magazins Vice auf Facebook. Sie schreiben über das, was jeder im Alter von 18 – 29 über das Leben und die Welt wissen will. Das ist oft gar nicht so einfach. Darum habe ich mich mit jemanden getroffen, der für das Magazin regelmäßig schreibt und ihm Fragen gestellt, die ihr euch bestimmt niemals trauen würdet zu stellen. Wieviel verdient man eigentlich pro Vice Artikel? Das kommt ganz drauf an. In der Regel werden wir mit dem bezahlt, um das es in den Artikeln geht. Also die meisten mit Sex und irgendwelchen hippen...

© Martina Berg

Ratschläge für einen guten Satiriker

Die Satire ist die wohl höchste Kunstform des Journalismus. Täglich sieht man tausende Menschen an ihr scheitern. Dabei könnte alles so leicht sein, wenn man nur folgende Ratschläge befolgt: Das Allerwichtigste ist, die Satire als solche im Text kenntlich zu machen. Ein Banner mit den Worten «Achtung Satire» leistet dem schon Abhilfe. Andernfalls läuft der Rezipient Gefahr, die Satire nicht zu erkennen und ist folglich vom Inhalt irritiert und weiß womöglich gar nicht, wann und wo er lachen muß beziehungsweise läßt kein Lachen zu. Doch über welche Themen lacht denn der Rezipient?  Diese Frage bringt uns bereits zum zweiten Ratschlag,...

Letzte Station: San Agustín

Belchite – Antithese zur Schönheit

Es ist ein Teil des Wesen des Menschen, daß er Schönheit und Attraktivität belohnt und Häßliches und Entstelltes mit Verachtung straft. Schon auf zwischenmenschlicher Ebene wird das bemerkbar: Zu einem gutaussehenden Menschen ist man eher freundlich und benimmt sich obendrein anständig, schließlich erhofft man sich Anerkennung in Form eines Kompliments, eines Zwinkers oder gar einer sanften Berührung. Die Anwesenheit von attraktiven Menschen steigert auch die eigene Attraktivität – so glaubt man. In Wahrheit werden die Schönheitsgefälle sichtbarer als sonst. Die etwas zu langen Fingernägel mit den dunklen Rändern können mit den frisch polierten Nägeln des Gegenübers nicht mithalten, nein, sie...

Das Besondere am Normalen

Wenn ich in den letzten Jahren etwas gelernt habe, dann daß das höchste Gut, das der Mensch anstreben kann und sogar soll, weder der Kommunismus, wie viele erwartet hätten, noch eine bestimmte Religion ist, sondern das Besonders sein. Alle paar Jahre scheint dieser Pseudoindividualismusgedanke, verstärkt durch Medien und Testimonials, um sich zu greifen und viele Heranwachsende bis ins Erwachsenenalter zu packen. Doch was ist so besonders an besonders? Nun es kann benutzt werden, um sowohl einen Sachverhalt positiv oder negativ zu verstärken. Wer hat nicht schon einmal ein „Oh, heute riechst du aber besonders gut“ gehört oder ein giftiges „Heute...

Taler, Taler du mußt wandern

„Wenn Donald Trump Präsident wird, dann wandere ich aus.“ Dieser Satz stammt aus dem Mund der in der boulevardesken Sprache betitelten Skandalnudel Miley Cyrus. Daraus lassen sich nun zwei Schlüsse ziehen: Entweder sie hat ihr Versprechen vergessen, oder sie ist einfach nur sehr sehr langsam im Koffer packen. Ein ähnliches Spiel gab es auch in England zu beobachten: Diese dummen Briten, ja, informieren sich einen Tag nach dem Referendum was ein Brexit überhaupt ist und welche Konsequenzen das nun hat. Wie dumm kann man nur sein? Die Deutschen haben ja auch alle brav „Mein Kampf“ gelesen und gedacht: Welche dufte...

Ich kann mich an die 90er nicht mehr erinnern

»Egal, was für einen coolen DJ man bei einer Party organisiert hat – am Ende wollen ja doch alle zu 90er-Trash tanzen.« Die 90er Jahre sind zurück – zumindest gefühlt. Auf Plakaten werden selbst in den entlegensten Dörfern 90s Partys angepriesen. Für viele bedeutet das nämlich in Erinnerung schwelgen. »Weißt du noch damals, als wir die Bravo mit Take That auf dem Cover gekauft haben? Und als unser Tamagotchi verhungert ist? Das war ja so traurig! Damals, als Viva unser bester Freund wurde? Ich fand Blümchen damals so toll, oh gott, heute ist mir das ein bißchen peinlich!« Erinnerungen und...

Eine Kulturtasche namens Spanien

Hört man das Wort »Spanien«, so kommen einem bestimmte Bilder in den Kopf und Gerüche in die Nase. Man sieht spanisches Essen vor sich, das sich bei vielen auf Paella und Tortilla beschränkt und als Deutscher hat man natürlich die Städte Barcelona, Madrid und Guernica kennen und lieben gelernt. Wer könnte den letzten Urlaub dort auch vergessen? Während für die einen Spanien einen klassischen Pauschalurlaub mit viel Alkohol, der in Form von Sangria nahezu klinisch eingeflößt wird, bedeutet, sehen andere in Spanien ein Kulturparadies mit wunderschönen Landschaften und herrlicher Architektur, die man bei Spaziergängen durch die nach franquistischen Generälen oder...

Eilmeldung: Gießen und Strömen (i. d. Uckermark) geben Städtepartnerschaft bekannt

Endlich ist es soweit! Das lange Warten hat ein Ende: Die langersehnte Partnerschaft zwischen Gießen und Strömen (i. d. Uckermark) ist sicher! Gießen als Universitätsstadt  mit mehr als 83 000 Einwohnern und der kleine Weiler Strömen, der im Gemeindegebiet Hohenselchow-Groß Pinnow im Landkreis Uckermark liegt, scheinen auf den ersten Blick ein ungleiches Paar zu sein. Dennoch gaben die Gießener Oberbürgermeisterin Diehtlind Grabe-Bolz und Norbert Dittman, Bürgermeister von Hohenselchow-Groß Pinnow am Freitag bekannt: Wir sind jetzt Partner. „Ich war seit der Wende regelmäßig in der Uckermark, um Urlaub zu machen“, erzählt Dieter Hain, Sachbearbeiter im Bereich Fremdenverkehr in Gießen und Initiator...