Passau testet Elektrobus

Aktualisiert um 19:27

In dieser Woche hat die Stadtwerke Passau GmbH zum ersten Mal einen Elektrobus getestet. Oberbürgermeister Jürgen Dupper und Gottfried Weindler, Geschäftsführer der Stadtwerke Passau GmbH haben sich bei einer geheimen Sonderfahrt von der Eignung und dem Fahrkomfort des innovativen Busses überzeugt.

„Für die Einführung von Elektrobussen im Linienbetrieb wurden durch den Testeinsatz und durch die Beantragung von Fördermitteln, erste Weichen gestellt. Vor allem für den Innenstadtverkehr stellt die Elektromobilität eine realistische Alternative dar. Damit kann mehr für den Klimaschutz, für die Nachhaltigkeit und nicht zuletzt für die Lebensqualität der Passauer Bürgerinnen und Bürger getan werden.“
– Oberbürgermeister Jürgen Dupper

Der fast 9 Meter lange Midi-Bus wurde von der Firma Solaris Bus & Coach S.A. leihweise zur Verfügung gestellt. Den Fahrgästen stehen 27 Sitz- und 35 Stehplätzen zur Verfügung. Der Bus wird durch einen 4-poligen Asynchronmotor angetrieben und erreicht mit den beiden Lithium-Ionen-Batterien eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Da die beim Bremsen rückgewonnen Energie ebenfalls gespeichert wird, hat der Batteriebus eine Reichweite von ca. 250 Kilometer [Bürgerblick spricht von „rund 150 Kilometern“]. Das ist für einen Einsatztag im Innenstadtbereich der Stadt Passau ausreichend. Nachts kommt der Bus an die Ladestation und ist morgens wieder voll aufgeladen. Im Laufe der nächsten Monate sollen zudem Testfahrten mit Elektrobussen weiterer Hersteller durchgeführt.

Ein Mitarbeiter der Firma Eichberger Reisen, die teilweise auch den normalen Busverkehr in Passau betreibt, bemängelt allerdings, dass die Testfahrt nicht in der Passauer Altstadt stattgefunden habe. „Ein Anfahren am Berg war nämlich bei internen Fahrten nicht möglich, zumal der Bus bis auf den Fahrer leer war“. Außerdem könne der geteste Solaris Alpino 8.9 garnicht auf der City-Linie eingesetzt werden, da er „mit 3,25 Metern Höhe nicht durch den Paulusbogen“ passe, so der Mitarbeiter. Auch die von Seiten des Stadtrats vorgeschlagene Elektrovariante des Heuliez GX 127, der jetzt durch die Altstadt fährt, sei zu hoch.

Im Aufsichtsrat der Stadtwerke Passau wurde das Thema Ende letzten Jahres behandelt. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde ein Testeinsatz im Citybus-Verkehr angekündigt. Nachdem vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ein Zuwendungsprogramm „Projektförderung Elektromobilität“ aufgelegt wurde, hat die Stadtwerke Passau GmbH bereits im Januar 2017 einen vorsorglichen Zuschussantrag gestellt. Damit können die Mehraufwendungen für einen Elektrobus mit 40 % bezuschusst werden.

Falls der Zuschussgeber die Förderung gewährt, kann die geplante Ausschreibung für drei Midibusse und zwei Niederflurbusse Ende 2017 bzw. die Anschaffung im Jahr 2018/2019 erfolgen. Dadurch könnte eine jährliche Einsparung von ca. 60.000 kg CO2-Ausstoß erreicht werden. Im Vergleich zu Fahrzeugen mit Dieselantrieb belaufen sich die Mehrkosten für die 5 Busse auf 2,4 Mio. Euro. Das entspricht in etwa den doppelten Anschaffungskosten im Vergleich zu Dieselbussen. Zudem müssen für die Ladestationen im Omnibusbetriebshof und an der Endhaltestelle Parkhaus Bahnhofstraße Kosten von rund 500.000 Euro eingeplant werden.

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v. l.: Gottfried Weindler – Geschäftsführer Stadtwerke Passau GmbH, Oberbürgermeister Jürgen Dupper und Fahrer Ludwig Reitmaier © Stadt Passau

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