Hochwasserschutz: OB Dupper schlägt versöhnliche Töne an

Aktualisiert am 07.05.2017 
Passau. Die geplante Hochwasserschutzmaßnahme an der Gottfried-Schäffer-Straße hat zu einer intensiven Diskussion in der Bevölkerung geführt.  Während sich die einen einen besseren Schutz vor den möglichen Wassermassen des Inns erhoffen, bangen die anderen um die Allee-artige Innpromenade und Sichtachsen.

Das Wasser- und Wirtschaftsamt hat im Auftrag der Stadt Passau verschiedene Möglichkeiten zum besseren Hochwasserschutz am Inn erarbeitet. Konkret geht es um den Abschnitt im Bereich des jetzigen Parks an der Innpromenade an der Gottfried-Schäffer-Straße. Der betroffene Bereich erstreckt sich vom Karolinenplatz bis zur Marienbrücke. Bei allen Varianten werden auf die dauerhaften Grundmauern im Notfall mobile Elemente aufgesetzt. Die Idee, die Innpromenade aufzuschütten und die Mauer möglichst nah an die Wasserkante zu setzen, wurde inzwischen verworfen. Nun sind noch insgesamt 4 andere Varianten „im Rennen“.

© WWA Deggendorf

Die verschiedenen Varianten des Hochwasserschutzes an der Innpromenade © WWA Deggendorf

Passauer sehen das Projekt durchaus kritisch
Vor allem die Anwohner wünschen sich einen solch massiven Hochwasserschutz an der Gottfried-Schäffer-Straße. Dennoch gibt es auch viele Bürgerinnen und Bürger (zum Teil ebenfalls Anwohner in dem betroffenen Bereich), die sich gegen dieses Projekt aussprechen. Denn hierfür müssten zahlreiche Bäume an der Innpromenade gefällt werden. Je nach Variante sind dies ca. 40 bis 70 Bäume (Teilweise könnten diese nachgepflanzt werden). Einige Passauerinnen und Passauer fürchten deshalb um das „wichtige Naherholungsgebiet“ sowie die „Lebensqualität“ in Passau allgemein, dass sogar eine Online-Petition gestartet wurde. Da 2.872 Personen, davon 2.238 aus Passau, unterzeichnet haben, wurde das Quorum erreicht. Ebenso wird momentan ein Bürgerentscheid vorbereitet, falls der Stadtrat eine der ausgearbeiteten Hochwasserschutzvarianten beschließen sollte. Der Passauer Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) stand den Planungen zu einem massiven Hochwasserschutz bisher positiv gegenüber. Bürgerblick meint sogar, dass Dupper sogar dafür plädiere, so viele Hochwasserschutzmaßnahmen wie möglich umsetzen zu wollen.

OB Dupper schlägt versöhnliche Töne an
Die geplante Hochwasserschutzmaßnahme ist nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch im Passauer Stadtrat stark umstritten. Während Historiker Matthias Koopmann (Passauer Liste) ein Gegner der geplanten Mauern an der Innpromenade ist, möchte OB Dupper das Projekt aufjedenfall durchsetzen. So schien es bisher zu mindesten. In einem offenen Brief an die Fraktionsvorsitzenden schlägt der Stadtchef allerdings versöhnlichere Töne an:

„In der jetzigen Phase der Planungen wäre es unverantwortlich, bereits jetzt eine endgültige Entscheidung zum Hochwasserschutz an der Gottfried-Schäffer-Straße zu treffen. Im Gegenteil – wir müssen die möglichen Varianten detaillierter untersuchen und dabei nach weitergehenden Verbesserungsmöglichkeiten suchen. Deshalb schlage ich dem Stadtrat vor, weiter zu untersuchen, ob die Höhe des Grundschutzes reduziert werden kann und erforderliche Sonderelemente als abbaubare mobile Elemente ausgeführt werden können. Die auf Grund des geringeren städtischen Anteils bei der Errichtung des staatlichen Hochwasserschutzes eingesparten Finanzmittel sollen für die Verschönerung der Mauern sowie für Verbesserungen der Logistik bei den Feuerwehren verwendet werden.
Wir sind den betroffenen Hauseigentümern, die im Nachgang zur Katastrophe 2013 mit unermüdlichem Fleiß und Ausdauer und nicht zuletzt unter Einsatz erheblicher finanzieller Eigenmittel dafür gesorgt haben, dass unsere Stadt wieder aufgebaut werden konnte, verpflichtet, die bestmögliche Lösung zu suchen.“
– Oberbürgermeister Jürgen Dupper

Zusätzlich wurden als Grundlage für den Vorschlag für den Stadtrat am 22. Mai verschiedene Eckpunkte präsentiert. Dabei geht es unter anderem um ein Verschlechterungsverbot der gegenwärtigen Situation, außerdem sollen Sonderelemente soweit wie möglich als mobile Elemente geplant werden. Ebenfalls soll es einen kooperativen Wettbewerb mit Landschaftsarchitekten geben.

Visualisierungen und Vor-Ort-Darstellungen
Der Oberbürgermeister möchte zudem möglicher Untersuchungsergebnisse vor Ort visualisieren lassen. Dies hatte bereits Pankraz von Freyberg, ehemaliger Intendant der „Europäischen Wochen“, beim letzten Bürgerdialog zum Hochwasserschutz gefordert. Zur Abrundung der Informationen schlägt Dupper eine erneute Besichtigung bereits realisierter Hochwasserschutzmaßnahmen vor, zu der auch Anwohner und interessierte Bürger eingeladen werden sollen.

 

Ob Stadtoberhaupt Dupper nun versöhnlich auf seine Kritiker eingeht, oder ihnen nur den Wind aus den Segeln nehmen möchte, wird sich zeigen.

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