Streik bei der „Passauer Neue Presse“

Vergangene Woche erfolgte eine letzte Protestaktion der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Passauer Neue Presse (PNP), die für einen Flächentarifvertrag statt einem Eckpunktepapier kämpfen (CampusCrew berichtete). Damals wurde ein Streik zwar als mögliche Option eingestuft, die allerdings noch abwendbar sei, sofern sich die Verlegerin Tucci-Diekmann zu Gesprächen mit den Gewerkschaften trifft. Da Tucci-Diekmann nicht auf die Forderung eingegangen ist, hat der Bayerische Journalisten Verband (BJV) zu einem Warnstreik aufgerufen. Dieser soll bis zum Freitag, den 03. Februar um 24:00 Uhr andauern.

„Die PNP-Mitarbeiter werden seit Jahren nach einem Eckpunktepapier bezahlt mit Konditionen, die deutlich unter denen des Flächentarifs liegen. Dazu kommen noch schlechte Rahmenbedingungen wie bei der Wochenarbeitszeit und beim Urlaub. Wenn sich die Geschäftsleitung auch noch beharrlich weigert, überhaupt über einen vernünftigen Haustarif zu reden, dann reicht’s den Kollegen“
– erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Journalisten Verbandes (DJV) Wolfgang Grebenhof gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter streikten daher „aus Notwehr“.

Weitere Streiks sind möglich
Grebenhof, der im BJV auch die Fachgruppe Tageszeitungen leitet, kritisierte die Fixierung des Verlages auf stetige Renditesteigerung. Dass der Verlag genügend Geld habe um sein Personal angemessen zu bezahlen, habe er mit dem Kauf des Donaukuriers (siehe auch „Soziale Verantwortung statt Shoppingtour“) vor einigen Wochen bewiesen. Wenn kein Gesprächsangebot komme, dann sei der zweitägige Streik erst der Anfang, kündigte Grebenhof im BR an.

Gratis E-Paper, aber nicht wegen Streik
Am Donnerstag, den 02. Februar gab es die Passauer Neue Presse kostenlos als E-Paper. Die Ausgabe kann von jedem, egal ob Abonnent oder nicht, gelesen werden. Das Kuriose dabei: Die PNP begründet diesen unüblichen Schritt mit den „derzeit extrem winterlichen Straßenverhältnisse“, weswegen die Zeitungen „mancherorts nicht wie gewohnt zugestellt werden.“ An einem sonnigen Tag, mit Temperaturen im absolut positiven Bereich. Auch die Freitags-Ausgabe wurde aufgrund der „derzeit extrem winterlichen Straßenverhältnisse“ als kostenloseses E-Paper Angeboten.

 

Das Vorschaubild zeigt die letzte Protestaktion am Samstag, den 28. Februar 2017. © CampusCrew/Maximilian Huber

Auch die Kollegen vom Bürgerblick berichteten.

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *