Quo vadis Podemos?

Acht Tage lang (vom 04. Februar bis zum 11. Februar) haben knapp 450.000 Mitglieder der linksalternativen Partei Podemos Zeit, über die Zukunft ihrer Partei abzustimmen. Der Ausgang der Vistalegre 2 ist ungewiß.

Zufrieden sieht anders aus: Pablo Iglesias (mitte) und Iñigo Errejón (rechts)

Zufrieden sieht anders aus: Pablo Iglesias (mitte) und Iñigo Errejón (rechts)

«No personalismos», also keinen Personenkult, forderten die Demonstranten des «Movimiento 15-M», aus der später die Partei Podemos hervorging. Doch um genau zwei Personen geht es nun bei Podemos, die ihre Partei in die Zukunft führen wollen, mit recht unterschiedlichen Zielen. Da wäre zum einen der bisherige Parteichef, der Politikwissenschaftler Pablo Iglesias. Bisher galt er als das Gesicht von Podemos, unangefochten war er der Nummer 1 auf den Listen, sogar als Podemos zur Wahl im letzten Jahr ein Wahlbündnis mit Izquierda Unida (IU) eingingen. Iglesias politisches Profil ist stark linkspopulistisch, ähnlich der griechischen Syriza. In einem TV-Duell verteidigte er sogar das Wort Populismus und erklärte, daß dies durchaus etwas Positives sei. Auch wenn Podemos nach außen hin die Fassade wahren konnte, begann es hinter den Kulissen mächtig zu bröckeln. Da halfen auch die Wahlerfolge nichts mehr. Die Kritik richtete sich vor allem auf die Organisation der Partei und deren Ausrichtung.

Zu den Kritikern zählt der 33-jährige Iñigo Errejón, der glesias populistischen und antikapitalistischen Forderungen wenig abgewinnen kann. In einem Tweet forderte die Nummer 2, daß man den Leuten mit ihrer Politik keine Angst machen sollte und sprach damit Iglesias an, wenn auch nicht direkt. Errejón will zudem mehr auf die sozialdemokratische Partei PSOE zugehen, was mit Iglesias im letzten Jahr gescheitert war. Unterstützung erhält er unter anderem von Podemos Mitgründer Luis Alegre, der das Team von Iglesias als «Verschwörer» bezeichnete und ihnen vorwarf, das «Projekt zu zerstören.» Iglesias wiederum wirft Errejón vor, eine neue PSOE erschaffen zu wollen.

Nun kann die Basis zwischen den beiden Teams entscheiden und damit einen eventuellen Richtungswechsel einleiten, die entscheidend für ein Linksbündnis bei den nächsten Wahlen sein könnte. Trotz der Kluft zwischen den beiden Kandidaten, zeigt sich Errejón loyal. Er will, falls seine Liste gewinnt, Iglesias als Parteichef behalten, was sich schwierig gestalten sollte. Iglesias selbst hält von dieser Idee auch wenig. «Wenn die Liste und Ideen von Iñigo mehr Zuspruch bekommen als meine, dann ist er logischerweise neuer Parteichef.»

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