Album-Review „Songs of Hope and Science“ von Koria Kitten Riot

Ich liege im Bett. Ich denke nach. Vier Hausarbeiten sind es dieses Semester. Puh, da hab ich mir ganz schön was aufgehalst. Und die Klausur diesen Freitag. Mein Bett ist irgendwie weicher als sonst. Und die Decke…so kuschlig. „I’m in one of my moods…“ singt die Stimme im Radio. Ja, denke ich. Du solltest endlich diese eine Mail beantworten…“Hoping Forever’s gonna be a long, long time…“. Ich singe leise mit. Die Zeile erklingt ein letztes Mal, kurze Pause, meeeeep – chr. Die Platte stoppt. Mist, schon wieder ein ganzes Album lang nur rumgelegen und nichts erledigt. Naja, sind ja nur zehn Songs. Ich lege die Nadel zurück auf Vinyl…
Mein perfekter Soundtrack fürs Tagträumen ist das neue Album von Koria Kitten Riot.
(Damit sich während des Lesens die richtige Stimmung einstellt, bitte hier drücken: )

Die finnische Band mit dem seltsam anmutenden Namen hat noch nicht einmal einen eigenen Wikipediaeintrag. Doch es geht auch ohne, schließlich ist das schon ihr viertes Album auf dem Markt. Es trägt den Titel „Songs of Hope and Science“ und beschäftigt sich schon wie seine Vorgänger mit den verschiedene Problemen dieser Welt und unseren alltäglichen Begleitern Liebe und Schmerz.
Wer die drei früheren Alben kennt (also niemand, den ich kenne), der kann eindeutig Unterschiede ausmachen. Das ganze Ding ist irgendwie dynamischer geworden, sodass die Musik einen ganz leicht über die Melancholie, die in jedem Text ein bisschen mitschwingt, hinwegsehen lässt. Aber immer noch genug dem Stil treu geblieben. Kennt ihr das, wenn ihr ein Album hört und euch denkt „Ich will mehr Musik, die genau so klingt, aber neu und irgendwie anders ist, aber nicht zu anders“ und dann bringt der Künstler ein neues Album raus und ihr habt richtig Angst, dass er es total verbockt. Tja, das ist hier nicht der Fall: Koria Kitten Riot haben ein neues Album gemacht und es ist toll. Vielleicht sogar ein bisschen toller als das letzte oder das davor oder das davor.

Wer die Band noch nicht kennt und auf nordischen Alternative-Indie-Pop mit etwas Kling-Bing und viel Bumm-Bumm steht, der sollte auf jeden Fall mal reinhören. Musik lässt sich doch irgendwie schlecht in Worte fassen und deshalb – höret und staunet, natürlich auch bei uns im Programm.

Übrigens: Sind die letzten Alben alle, neben der digitalen Form, noch in CD-Form erschienen, haben sich die fünf Musiker diesmal dafür entschieden, ihr aktuelles Album statt als CD als Vinyl-LP zu veröffentlichen; in Finnland will niemand mehr CDs kaufen, sodass es sich für eine kleine Band kaum lohnt welche anzubieten.

Wenn ihr nach dem Reinhören der Meinung seid, dass ich recht habe mit meinem Lobgehudele, dann klickt hier und beschenkt euch selbst mit eurem persönlichen Stück wunderschöner finnischer Popkultur zum ins Zimmer stellen und natürlich zum anhören. Support the Atrists <3

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