Zeitumstellung

An diesem Sonntag werden die Uhren wieder eine Stunde zurück gestellt. Hier gibt’s alle Infos zur Zeitumstellung.

 

Immer am letzten Sonntag im März beginnt die Sommerzeit, immer am letzten Sonntag im Oktober (also diesen Sonntag) hingegen ist wieder Beginn der Normalzeit, besser bekannt als Winterzeit. Die Uhren werden am 30.10.2017 von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurückgestellt, die Nacht wird dadurch also um eine Stunde länger. Zum einfachen Merken gibt es eine Eselsbrücke: Im Sommer stellt man die Gartenmöbel VOR das Haus, also stellt man auch die Uhren eine Stunde VOR. Im Winter räumt man die Möbel ins Haus ZURÜCK – und auch die Uhr wird eine Stunde ZURÜCK gestellt. Wer sich nicht an die Uhrenumstellung hält, kann theoretisch sogar mit einem Bußgeld belangt werden: Wer zum Beispiel Rechnungen mutmaßlich falsch datiert, begeht eine Ordnungswidrigkeit. In Deutschland wird die Sommer- und Winterzeit durch das Einheiten- und Zeitengesetz (EinhZeitG) geregelt.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es im übrigen keine einheitliche Zeit in Deutschland. Weil man sich anhand der Sonne zeitlich orientierte, konnte es passieren, dass München den Berlinern sieben Minuten voraus war.

 

CampusCrew Faktenscheiss zum angeben:

1. Auch Tiere sind von der Zeitumstellung beeinträchtigt:
So werden Kühe immer zu gleichen Zeit gemolken, doch plötzlich verschiebt sich dieser Rhỵthmus um eine Stunde. Die Zeitumstellung bringt die Rindviecher durcheinander, die unterschiedliche Melkzeiten stoßen ihnen sauer auf. Bis zu eine Woche lang geben Kühe nach der Zeitumstellung deshalb weniger Milch als normal.

2. Mehr Unfälle nach der Zeitumstellung:
Der Auto Club Europa (ACE) konnte in den Vorjahren bis zu 30 Prozent mehr Unfälle in der Woche nach der Zeitumstellung beobachten. Dies hängt vermutlich mit der erhöhten Müdigkeit der Fahrer zusammen.

3. Sommerzeit konnte einen Terroranschlag verhindern:
Die Zeitumstellung verhinderte im Jahr 1999 in Israel einen Terroranschlag – und kostete stattdessen drei Terroristen das Leben. Wie die Website darwinawards.com berichtet, hatten sie den Zünder ihrer Autobomben anhand der in den palästinensischen Gebieten gültigen Sommerzeit eingestellt und ihre Uhren bei der Einreise nach Israel um eine Stunde zurückgedreht – dort galt Normalzeit. Die Bomben explodierten eine Stunde früher als erwartet und töteten die Terroristen. Weite Opfer gab es nicht.

4. Winterzeit – Sommerzeit – Hochsommerzeit?
In Deutschland gab es knapp zwei Jahre lang nicht nur Winterzeit und Sommerzeit, sondern auch die Hochsommerzeit, in der eine weitere Stunde vorgestellt wurde. Statt zweimal die Uhr umzustellen, wurde zwischen 1947 und 1949 also viermal die Uhr umgestellt. So sollte das Licht der langen Tage im Hochsommer (noch) besser ausgenutzt werden. Die neugegründete Bundesrepublik verabschiedete sich dann wieder von der Hochsommerzeit, und kam bis 1980 auch ohne die Sommerzeit zurecht. Dann führten Bundesrepublik und DDR 1980 die Sommerzeit gleichzeitig ein, ihre Begründung: In der Ölkrise sollte so Energie gespart werden.

5. Die Zeitumstellung spart keinen Strom ein
Das stimmt so nicht. Wie ein aktuelles Gutachten für den Bundestag anführt, sinkt der nationale Stromverbrauch um 0,21 Prozent im Jahr. Auch wenn die Forderungen nach einer Abschaffung immer wieder hochkommen, wird dies in naher Zukunft vermutlich nicht geschehen: Die CDU hatte 2014 die Abschaffung der Zeitumstellung ins Parteiprogramm aufgenommen. Die endgültige Entscheidung liegt aber bei der Europäischen Union, und der gefällt die „harmonische europäische Zeitordnung“ ganz gut.

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