Schlagwort-Archive: Poesie Passau Pur

Gedankenpfeile

Der Kopfschmerz lässt langsam nach
Die Gedankenpfeile gegen meine Stirn werden seichter
Die Müdigkeit verschwindet
Und weicht einem wachen Schlaf.

Was ich will?
Ich bekomme Gänsehaut.
Die Frage überfordert mich.
Sie drückt schwer auf die Stirn.

Unendliche Ratlosigkeit
Die Augen werden müde,
Der Himmel dunkel
Die Sterne zerspringen.

Hanna Späth, Mai 2007

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Der Tag an dem du von mir fuhrst

Es fühlt sich an als wärst du tot

Da wir für immer Abschied nehmen

Die Sonne scheint im Abendrot

Ich werd mich deiner Küsse sehnen

Da fährst du nun, weit weg von mir

Zurück bleibt nur dein süßer Duft

Ein Bild auf dem Kamin von dir

Und dein Atem in der Luft

Mein Herz zerschellt an diesem Leid

Es hielt nicht aus die lange Trauer

Mein Körper trägt nur schwer das Kleid

Mein junges Haar wird täglich grauer

Zu lang sehn’ ich den warmen Kuss

Mein Blick verliert sich ohne Halt

Zu lang, da ich dich missen muss

Und meine Lippen werden kalt

Der Tag an dem du von mir fuhrst

An dem die erste Träne rollte

War der an dem du leben durftst

Und ich für immer sterben sollte.

Steffi Krause, März 2009

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Meereskreislauf

Ich sitze so vor sanftem Meer
am sonnenwarmen Strand,
schau weit hinaus und seufze schwer,
verbuddle meine Hand
im Sand.

Vom Sand des Ufers steigt empor
die Möweneleganz.
So spiegelt sich im schwazen Moor
des Himmels weißer Glanz
wie Tanz.

Am Himmel schwebt ein Wolkentraum
mit unbekanntem Ziel,
am Horizont treibt Wellenschaum
mit unsichtbarem Kiel
sein Spiel.

Es regt sich nichts, kein Lüftelein
zerstört die Harmonie
von Wellen, Fischen groß und klein,
im Meer schwimmt Poesie
wie nie.

Katrin (2007)

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Luftige Leichtigkeit

Träumerische Atmosphäre

Leichte Moleküle

Geschlossene Augen

Offene Ohren

Dem Leben lauschend

Freies Lächeln

Ein tanzender Bauch

Dem Himmel nah

Die Füße am Boden

Die Haare im Wind

Verwegener Blick

Die Welt in der Hand

Offen und geschützt

Der Sommer im Herzen

Umgeben von eigener Wärme

Das Leben liebend

Die Liebe lebend

Im hier und jetzt

Getragen von leichten Molekülen

In träumerischer Athmosphäre

Hanna Späth, Istanbul September 2007

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Herzschmerz

Vergebens die Müh, Interesse zu leugnen,
unkennbar inmitten der Schar der Verehrer
versunken, so scheint dies kühn Unterfangen,
sie von mir z’überzeugen,
gleichsam verzweifelt den Ansätzen derer,
welche längst vergeblich um ihre Zuneigung rangen.

In aller Munde klingt ihre Schönheit,
anmutig in Wesen, Erscheinung, Gemüt,
umrahmen blonde Strähnen die ebenmäßigen Züge.
Gen’ ihre rehbraunen Augen unmöglich gefeit,
ganz und gar vollkommen, wirkt’ es doch rüd,
sie anzusprechen, wo’s mir kaum genügte.

Unbeholfen fasst’ schließlich ich mir ein Herz;
trugs ohne Fessel frei auf der Zunge,
beim Anblick Pandora’s der Vorsicht entsagt;
zeigt sie mir erst Liebe, dann Kummer und Schmerz.
Naiver Wunschtraum, nicht mehr, mein Junge,
fast wünscht, ich hätt damals nie mehr gewagt.

Vergebens sucht, meist ruhelose Stunden
- verbraucht, Tribut der täglich Hast gezollt -
oft ein Mensch der Liebe wonn’ges Glück, und doch kennt
er nicht dessen Müh’n, der’s längst gefunden,
doch unerwidert sie vergessen wollt,
weil sies nicht sah und sich getrennt.

Spöttisch die vollstreckn’den Worte, und hohnvoll,
„S’ liegt bestimmt nicht an dir, wenn ich geh.“
Ihr Echo hallt wider in hässlichen Klängen,
meine Ferse getroffen vom Pfeil des Apoll,
blutigen Herzens kann ichs nicht verstehn,
nicht im Stande sie zu verdrängen.

Vielfach versucht’ ich loszulassen,
bei reichlicher Auswahl gut zu sondieren,
- reizvoll, sympathisch, verführerisch, klug -
und schließlich das Glück mit beiden Händen zu fassen;
doch keine der Damen vermochte zu faszinieren,
hatten sie doch von dir nicht genug.

Sucht’ ich den Schmerz endgültig zu betäuben,
blieb mir nun mehr der Griff zur Flasche.
Doch kehrt damit die Schwermut nur zurück.
Ach, soll ich mich denn ewig sträuben,
immer nur dieselbe Masche.
Ich weiß ja längst, du wärst mein Glück.

In wen’gen Worten kurz beschrieben,
bist du ganz und gar vollkommen.
ich werde dich für immer lieben.

In der Moderne mehr und mehr verkommen,
zum Mittel degradiert von MTV
und BILD. Nebst Sex und Gier völlig verschwommen,
Ihrn wahren, warmen Klang vernahm ich nie.

Hat ich – für meinen Teil – der Liebe schon entsagt,
als Hirngespinnst dies Höchste der Gefühle,
argwöhnisch obst ihrer Wahrheit längst verjagt,
letzlich ersetzt durch jugendliche Kühle.

Mangl’nder Wertigkeit wegen gänzlich vergessen,
- welch traur’ger Plan des kaum erwachsnen Bengels-
wurd der Lieb’ kein Wert mehr beigemessen.

Doch wie sie jeden findet, ereilte sie mich,
in Liebreiz und Grazie vergleichbar dem Antlitz des Engels,
Kaum fassbar, schon weg, und doch, ich liebte dich.

Benedikt, Passau 2009

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Das Leben ist eine Sinuskurve

Oben: überschwenglicher Freudentaumel

Unten: der Sog eines tiefschwarzen Vakuums

Je höher Du steigst, desto tiefer kannst Du fallen.

In der Mitte: eine Gerade.

Nicht Gleichgültigkeit, sondern Schwerelosigkeit.

Die Erkenntnis, dass nur die Summe von allem zählt,

dass Veränderung die einzige Konstante ist.

DER MENSCH: eine Variable

Abhängig, austauschbar, bedeutungslos.

Manchmal auch berechenbar.

Wer hat sie bestimmt?

Eine große Unbekannte?

DIE WAHRHEIT entzieht sich aller Formeln.

Julia Witte, Passau 2009

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Unterwegs im Herbst

Farbenfrohes Blätterfest.
Grell stürmt es mir entgegen,
nimmt mich in seinen Reigen auf.
Ungestört in Gummistiefeln zwischen Pfützen
stolziere ich durch mein Waldreich im herbstlichen Spätsonnenschein.
Allein aber nicht einsam,
werde ich begleitet von mir und den Hunden.
Durch den Matsch in gestreiften Kniestrümpfen.
Ziehen ein bisschen und sind aufgeregt, doch langsam entspannt.
Störungen während der Spaziergehroutine sind unerwünscht.
- Wohl möglich noch mit Hund,
aber ohne Leine. Unverschämt zur Schonzeit.
Fast haßbar, gezwungenes Gelächle,
“Ja ja, diese Räuber wollen sich wieder raufen!”
Ja, (nur ihr Hund geifert tödlich und unkontrolliert), ja.
Zerstörte Routine, gestörtes Stolzieren.

Morgen gehen wir dann etwas früher los. In das Waldreich.

Thordes Herbst, 2006.

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