Olympische Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina: Rekorde, Premieren und deutsche Bob-Festspiele

von am 19.02.2026

Von Jonas Weidemann

Die zweite Wettkampf-Woche bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo hatte es bisher in sich: Historische Medaillen, ein starker Gastgeber und aus deutscher Sicht ein deutliches Ausrufezeichen im Eiskanal. 80 von 116 Entscheidungen sind gefallen. Wir blicken auf die Tage vom 13. bis 17. Februar zurück.

Aktueller Stand der Spiele

Weiterhin tonangebend ist Norwegen. Vor allem im Langlauf, im Biathlon, in der Nordischen Kombination und im Skispringen sammeln die Skandinavier nahezu täglich Edelmetall. Gastgeber Italien hat sich inzwischen als erste Verfolgernation etabliert. Besonders im Biathlon und im Ski Alpin konnten die Azzurri wichtige Siege feiern. Federica Brignone gewann Gold im Riesenslalom, Lisa Vittozzi siegte in der Biathlon Verfolgung und auch im Eisschnelllauf in der Teamverfolgung der Männer durfte Italien ganz oben auf dem Podest stehen. Die USA auf Platz drei halten ebenfalls konstant Anschluss an die Spitze. Elana Meyers Taylor gewann im Monobob Gold bei ihren fünften Olympischen Spielen, Jordan Stolz dominierte über 500 Meter im Eisschnelllauf und die US-Frauen im Eishockey zogen mit einem deutlichen Sieg gegen Schweden ins Finale ein, wo es zum Prestigeduell mit Kanada kommen wird.

Frankreich überzeugte insbesondere im Biathlon. Gold in der Männerstaffel sowie mehrere Podestplätze in Sprint und Verfolgung unterstreichen die Stärke der Equipe Tricolore. Auch Schweden und Finnland sind regelmäßig auf dem Treppchen vertreten, vor allem in den nordischen Disziplinen. Großbritannien setzte mit Gold im Mixed Team Wettbewerb im Snowboardcross sowie im Skeleton Akzente.

Für einen historischen Moment sorgte Lukas Pinheiro Braathen. Der Brasilianer gewann im Riesenslalom Gold und sicherte seinem Land die erste olympische Wintermedaille überhaupt. Es ist außerdem die erste Medaille für ein südamerikanisches Land in der gesamten Historie der Winterspiele. Auch in Georgien feierte man das erste Edelmetall seiner Winterspielgeschichte. Anastassia Metelkina und Luka Berulawa holten Silber im Eiskunstlauf-Paarlauf.

Platz Mannschaft Gold Silber Bronze Gesamt
1 Norwegen (NOR) 14 8 9 31
2 Italien (ITA) 9 4 11 24
3 USA (USA) 6 10 5 21
4 Niederlande (NED) 6 6 1 13
5 Deutschland (GER) 5 8 7 20
6 Österreich (AUT) 5 8 4 17
7 Frankreich (FRA) 5 7 4 16
8 Schweden (SWE) 5 5 2 12
9 Schweiz (SUI) 5 2 3 10
10 Japan (JPN) 4 5 10 19
11 Kanada (CAN) 3 4 5 12
12 Australien (AUS) 3 1 1 5
13 Großbritannien (GBR) 3 0 0 3
14 Tschechien (CZE) 2 2 0 4
15 Slowenien (SLO) 2 1 1 4
16 Südkorea (KOR) 1 2 3 6
17 Brasilien (BRA) 1 0 0 1
Kasachstan (KAZ) 1 0 0 1
19 China (CHN) 0 3 3 6
20 Polen (POL) 0 3 1 4
21 Lettland (LAT) 0 1 1 2
Neuseeland (NZL) 0 1 1 2
23 Georgien (GEO) 0 1 0 1
24 Finnland (FIN) 0 0 4 4
25 Bulgarien (BUL) 0 0 2 2
26 Belgien (BEL) 0 0 1 1

 

Deutschland: Überzeigend im Eiskanal, enttäuschend in anderen Disziplinen

Der wohl spektakulärste Erfolg der zweiten Woche gelang im Eiskanal: Deutschland feierte einen Dreifachsieg im Zweierbob der Männer. Johannes Lochner und Georg Fleischhauer gewannen Gold vor den Teams Friedrich/Schüller sowie Ammour/Schaller. Auch im Skeleton wussten die Deutschen zu überzeugen, mit mehreren Podestplatzierungen im Einzel und im Mixed-Team-Wettbewerb. Im Monobob der Frauen sicherte sich Laura Nolte Silber.

Neben diesen Erfolgen gab es jedoch auch sportliche Enttäuschungen. Im Biathlon blieb das deutsche Team zwischen dem 13. und 17. Februar ohne Medaille. Im Langlauf landeten die Athleten über 10 Kilometer sowie in Sprint und Staffel deutlich außerhalb der Topränge. Auch im Ski Alpin spielten die Deutschen in den Riesenslaloms keine Rolle im Kampf um Edelmetall.

Besonders bitter verlief das Skispringen im Super-Team-Wettbewerb auf der Großschanze. Nach zwei Durchgängen lag Deutschland in aussichtsreicher Position im Kampf um Bronze, ehe der dritte Durchgang wegen starkem Schneefall und schwieriger Windbedingungen abgebrochen wurde. Die Wertung erfolgte auf Basis des Zwischenstandes, wodurch das deutsche Duo knapp auf Rang vier zurückfiel. Die Entscheidung der Jury sorgte für Diskussionen, da aus deutscher Sicht noch realistische Medaillenchancen bestanden und der Abbruch als unglücklich empfunden wurde.

Auch im Eishockey setzte es zunächst einen Dämpfer. Die 3:4-Niederlage gegen Lettland galt als Rückschlag im Kampf um eine möglichst gute Ausgangsposition für die K-O-Phase, da Deutschland als Favorit in die Partie gegangen war. Der 5:1-Erfolg gegen Frankreich korrigierte das Bild zwar wieder etwas, konnte die verpasste Chance auf eine optimale Gruppenbilanz jedoch nur teilweise wettmachen.

Copyright: IOC/Alisha Lovrich


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