Olympische Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina:Zwischenstand der ersten Woche
von CampusCrew Redaktion am 13.02.2026
Die ersten sieben Wettkampftage der Olympischen Winterspiele 2026 sind absolviert. Neben einigen Überraschungen sorgten vor allem die Favoriten mit herausragenden Spitzenleistungen für Furore. 44 der insgesamt 116 Medaillenentscheidungen sind bereits gefallen, Athletinnen und Athleten aus 22 Nationen konnten sich bislang Edelmetall sichern.
Jonas Weidemann
Von Allmen historisch, Gastgeber Italien springt im Medaillenspiegel
Für eines der sportlichen Highlights der ersten Woche sorgte Franjo von Allmen. Dem Schweizer gelang Historisches: Er ist erst der dritte Ski-alpin-Athlet bei den Männern, der bei denselben Winterspielen drei Goldmedaillen gewann. Zuvor war dieses Kunststück lediglich Toni Sailer 1956 sowie Jean-Claude Killy 1968 gelungen. Bei den Frauen erreichte dies bislang nur Janica Kostelić im Jahr 2002.
Weiterhin führt Norwegen den Medaillenspiegel an, begünstigt durch traditionell starke Auftritte in der Nordischen Kombination und im Biathlon. Den größten Sprung im Klassement seit dem vierten Wettkampftag machte Gastgeber Italien, der inzwischen auf Platz zwei rangiert und weiterhin die meisten Medaillen insgesamt erringen konnte. Bemerkenswert dabei war die Leistung von Francesca Lollobrigida, die über 5000 Meter im Eisschnelllauf der Frauen einen neuen olympischen Rekord aufstellte.
Die USA konnten ebenfalls Deutschland überholen und liegen nun auf Rang drei. Deutschland behauptet sich weiterhin auf einem starken vierten Platz. Belgien durfte sich über die insgesamt erst neunte olympische Winterspielmedaille seiner Geschichte freuen. Erstmals seit den Winterspielen von Salt Lake City 2002 gewann die bulgarische Delegation wieder zwei Medaillen bei denselben Spielen.
Auch sportlich außergewöhnliche Entscheidungen prägten die erste Woche. Zweimal musste von der Standardvergabe der Medaillen abgewichen werden. Aufgrund von Ergebnisgleichheit erhielten die Österreicher Vincent Kriechmayr und Manuel Feller sowie die Schweizer Marco Odermatt und Loïc Meillard in der Team-Kombination im Ski Alpin jeweils Silber, eine Bronzemedaille wurde nicht vergeben. Beim Einzelspringen der Männer von der Normalschanze wurden dem Schweizer Gregor Deschwanden und dem Japaner Ren Nikaidō jeweils eine Bronzemedaille zugesprochen.
|
Platz |
Land |
Gold |
Silber |
Bronze |
Gesamt |
|
1 |
Norwegen |
7 |
2 |
5 |
14 |
|
2 |
Italien |
6 |
3 |
8 |
17 |
|
3 |
USA |
4 |
7 |
3 |
14 |
|
4 |
Deutschland |
4 |
3 |
2 |
9 |
|
5 |
Schweden |
4 |
3 |
1 |
8 |
|
6 |
Schweiz |
4 |
1 |
2 |
7 |
|
7 |
Österreich |
3 |
6 |
3 |
12 |
|
8 |
Frankreich |
3 |
4 |
1 |
8 |
|
9 |
Niederlande |
3 |
3 |
0 |
6 |
|
10 |
Japan |
2 |
2 |
6 |
10 |
|
11 |
Südkorea |
1 |
1 |
2 |
4 |
|
12 |
Slowenien |
1 |
1 |
0 |
2 |
|
12 |
Tschechien |
1 |
1 |
0 |
2 |
|
14 |
Australien |
1 |
0 |
0 |
1 |
|
15 |
Kanada |
0 |
3 |
4 |
7 |
|
16 |
China |
0 |
2 |
2 |
4 |
|
17 |
Neuseeland |
0 |
1 |
1 |
2 |
|
18 |
Lettland |
0 |
1 |
0 |
1 |
|
18 |
Polen |
0 |
1 |
0 |
1 |
|
20 |
Bulgarien |
0 |
0 |
2 |
2 |
|
21 |
Belgien |
0 |
0 |
1 |
1 |
|
21 |
Finnland |
0 |
0 |
1 |
1 |
Auf und Ab im deutschen Team
Fünf weitere Medaillen konnte die deutsche Olympiadelegation in der ersten Woche gewinnen. Einmal mehr erwies sich das Rodelteam als verlässlicher Erfolgsgarant. Julia Taubitz gewann im Einer der Frauen olympisches Gold. Im Doppelsitzer der Frauen errangen Dajan Eitberger und Magdalena Matschina Silber und mussten sich nur knapp den Italienerinnen Andrea Vötter und Marion Oberhofer geschlagen geben. Der Doppelsitzer der Männer mit Tobias Wendl und Tobias Arlt sicherte Bronze für das deutsche Team. Das bislang letzte Edelmetall im Rodeln gewann die Teamstaffel, die mit einem geschlossenen Auftritt die nächste Goldmedaille einfahren konnte. Kira Weidle-Winkelmann und Emma Aicher komplettierten den deutschen Medaillensatz mit Silber in der Team-Kombination im Slalom der Frauen.
Neben diesen Erfolgsgeschichten gab es jedoch auch Rückschläge. Im Super-G von Cortina schieden sowohl Aicher als auch Weidle-Winkelmann frühzeitig aus. Der technisch anspruchsvolle Kurs bereitete zahlreichen Top-Athletinnen Schwierigkeiten, so verpassten auch Sofia Goggia und Breezy Johnson das Ziel. Den Frust der beiden deutschen Athletinnen konnte das aber nicht mindern. Philipp Nawrath verpasste im Biathlon mit Rang fünf das Podest nur knapp. Auch im Mixed-Wettbewerb der Skispringer sprang das deutsche Team knapp an einer Medaille vorbei, was durchaus als verpasste Chance gewertet wurde. Für positive Schlagzeilen sorgte dagegen die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft der Männer: Das Team um NHL-Star Leon Draisaitl gewann sein Auftaktspiel gegen Dänemark mit 3:1 und untermauerte damit seine Ambitionen auf eine Medaille.
Copyright: IOC/ Alisha Lovrich