Kaffkiez in Passau – ein interview
von CampusCrew Redaktion am 30.01.2026
Mit „WIR“ ist heute das dritte Studioalbum der Band aus Rosenheim erschienen. Letzten Dezember waren sie für ein Konzert zu Gast im Zauberberg. Lea aus der Crew hatte die Möglichkeit, vor dem Auftritt dem Frontmann von Kaffkiez, Johannes Eisner, ein paar Fragen zu ihnen als Band, ihren Wurzeln und ihren Zielen für 2026 zu stellen.
Lea Gärtner
Rückblick:
Passau im Dezember ist kalt, neblig und dunkel. Nachdem sich die Sonne meistens schon im November verabschiedet und sich im Dezember nur noch sporadisch zeigt, sorgt die warme Beleuchtung diverser WG-Zimmer und die Weihnachtslichter für gemütliche Stimmung in den Straßen Passaus.
Im Dunkeln zwischen Uni und einer Baustelle stehen bereits 15 Menschen vor dem Zauberberg, die warten. Sie warten nicht darauf, dass Passaus Wohnzimmer seine Türen für eine weitere Clubnacht öffnet, sondern darauf, beim Konzert der Band Kaffkiez besonders gute Plätze zu bekommen.
Drinnen strahlt der Zauberberg so hell im Putzlicht, wie ihn die meisten wohl noch nicht gesehen haben.
Im ohnehin schon beengten Durchgang zwischen Club und Aufenthaltsbereich wuseln Techniker, Bandmitglieder und Manager hin und her, und im Barbereich sitzen ein paar Musiker, die noch ein bisschen proben.
Bei dem Anblick der Musiker und der ohnehin schon vollgestellten Bühne fragt man sich, wo denn da noch eine fünfköpfige Band Platz finden soll.
Johannes sitzt auf der schwarzen Couch bei der Bar, im Hintergrund hört man dumpf den Bass beim Soundcheck.
[Lea] Schön, dass ihr bei uns im Zauberberg seid! Habt ihr als Band Lieblingskonzertlocations oder wo spielt ihr am liebsten?
[Johannes]: Alles hat Vor- und Nachteile. Große Läden sehen natürlich imposant aus. Auch auf der Bühne ist es dann deutlich entspannter, weil niemand übereinander stolpert. Heute ist’s das Gegenteil. Es ist sehr, sehr intim, man ist nah an den Leuten und bekommt direkt die Energie zurück. Dafür ist halt auch mega Chaos auf der Bühne. Heute ist sehr nostalgisch, das finde ich total schön.
[Lea] Vor fünf Jahren hat die Campus Crew euch schon mal interviewt. Leider gibt’s nirgends dieses Interview, deshalb erzähl gerne: Was hat sich in den letzten Jahren bei euch verändert?
[Johannes] Alles. Dass ich sagen kann, ich bin hauptberuflich Musiker ist eine 360°-Wende. Mucke als Beruf machen zu können ist das, was sich in den letzten Jahren etabliert hat, aber um ehrlich zu sein, fühlt es sich auch jeden tag wieder ein bisschen neu an.
[Lea] Ihr seid heute in Passau und spielt die nächsten beiden tage eure Homecoming-Konzerte in Rosenheim. Was bedeutet es euch als Band, Shows zuhause zu spielen und wieder “heim” zu kommen?
[Johannes]: Es ist jedes Jahr besonders. Dieses Jahr noch mehr, weil das Jahr über so wenige Shows gespielt haben. Ursprünglich waren die Shows für Family and Friends geplant, nachdem wir ein ganzes Jahr unterwegs waren – klar, die 7000 Leute die jetzt kommen sind mehr als Family and Friends aber trotzdem fühlt es sich ähnlich an.
[Lea] Du hast in einem Interview erwähnt, dass ihr “ehrliche Musik” macht. Was genau macht eure Musik so ehrlich?
[Johannes]: Wir machen super viel selbst. Wir schauen, was sich für uns gut anfühlt und machen dann einfach. Ich habe bei keinem unserer Texte das Gefühl, dass der nicht zu uns passen würde. Es würde auch mir persönlich total widersprechen Texte so zu schreiben, dass sie besser auf TikTok ankommen würden, das sind wir einfach nicht.
[Lea] Jetzt ein bisschen zu eurem neuen Album. Das heißt “WIR”. Warum genau dieser Titel und wer ist “WIR” für euch?
[Johannes]: Wir haben oft gehört, wir sollen mehr die Charaktere herausarbeiten oder dass sich Solo-Artists besser vermarkten lassen. Aber wir haben einfach immer gemerkt, dass das ein “Band Ding” ist. Als Band haben wir auch gemerkt, was für eine crasse Community wir haben und wie viel Bock die Leute auf alles haben.
Deshalb sehen wir das mehr als ein “wir gemeinsam” und geben auch gerne was zurück. Dass wir mit der Bahn quer durch Bayern fahren und kostenlose Konzerte spielen gehört dazu aber auch, dass wir mit einem Fan ins Studio gegangen sind, um einen Song aufzunehmen. Das alles ist “WIR” für uns.
[Lea] Hast du einen Lieblingssong oder eine Lieblingsline auf dem neuen Album?
[Johannes]: Ja, der ist erst spät im Songwriting-Prozess entstanden und auf den Track bin ich wirklich stolz und das sage ich nicht oft! Der Song hat auch eine meiner Lieblingslines: “Hier ist nichts so schön wie du” das hört sich jetzt vielleicht ein bisschen cringe an, aber wenn man den Song hört, dann checkt man!
[Lea]: Habt ihr als Band einen Punkt auf eurer Bucketlist, den ihr Ende 2026 gerne abhaken würdet?
[Johannes]: Ich glaube, uns weiter in Zufriedenheit zu üben. Wir sind sehr rastlos und perfektionistisch, das ist manchmal sehr anstregend. Vor allem, wenn ich auf die kommende Tour schaue, dann sehe ich da einige Stationen, die mir echt etwas bedeuten. Im Zenith in München hab ich meine ganzen Idole gesehen und spiele jetzt selber da, ich hoffe das alles genießen zu können. Am liebsten möchte ich zurückschauen auf ein Jahr, das ich feiere, weil es genau so war, wie es war!
Bild Credits Christian Emanuel Bauer @chrispyportraits