Ein Konzert zum Träumen – Men I Trust in der Muffathalle
von CampusCrew Redaktion am 23.06.2026

Bild: Antonia Aturcanitei
Im Rahmen ihrer Equus Euro Tour spielte die kanadische Band Men I Trust am Mittwoch, den 10. Juni ein ausverkauftes Konzert in der Muffathalle München.
von Antonia Aturcanitei
Trotz des Regens standen zahlreiche Fans kurz vor 19 Uhr Schlange, um Men I Trust live zu sehen. Die dreiköpfige Band wurde 2014 im Quebec gegründet und besteht aus Leadsängerin Emma Proulx, Jessy Caron an der Gitarre und am Bass, sowie Dragos Chiriac am Keyboard. Sie zeichnen sich durch einen einzigartigen Sound aus, der sich keinem eindeutigen Genre zuordnen lässt und am ehesten als Indie, aber häufig als Dream-Pop bezeichnet wird. Dream-Pop ist zwischen den 1980er-Jahren und den frühen 1990er-Jahren entstanden und ist durch verträumten Gitarren- und Synthesizerklänge gekennzeichnet. Für diese Art von Musik stehen Bands wie My Bloody Valentine und Cigarettes after Sex.
Auch während des Auftritts der Vorband fühlte man sich wie der Main Character eines Coming-of-Age-Films. Die Band Evan Wright begleitet Men I Trust seit dem 2. Juni als Supporting Act auf ihrer Europa-Tour. „We’re so thankful for them taking us on the tour”, sagte der Leadsänger. Die drei Musiker:innen spielten eine halbe Stunde und stimmten das Publikum mit ihrem entspannenden Klang und sanften Stimmen auf den Main Act ein.
Dass die Tickets für das Konzert kurz davor ausverkauft waren, konnte man der Muffathalle ansehen. Fast bis zur Bar standen Fans jeden Alters. Pünktlich um 21 Uhr erschienen die drei Mitglieder auf die Bühne, begleitet von zwei zusätzlichen Musiker:innen an der Gitarre und am Schlagzeug. „Hallo, Munich. How are you?“, fragte Emma Proulx. Das davor eher zurückhaltende Publikum brach dabei in Jubel aus.
Men I Trust starteten ihr Konzert mit dem ersten Song ihres neuen Albums „Equus Caballus“. Auf „To Ease You“ folgte das zweite Lied des Albums „Come Back Down“, aber auch Songs vom 2021 erschienenen Album „Untourable Album“. Beinahe jeder Song endete mit einem improvisierten Gitarrensolo von Jessy Caron oder Emma Proulx. Chiriac versetzte das Publikum in eine Art Trance mit melancholischen und zugleich romantischen Synthesizerklängen.
Ähnlich wie ihre Songs blieb das Konzert von Men I Trust konstant ruhig und baute sich zu keinem Höhepunkt auf. Die zahlreichen Soli boten zwar Raum für Dynamik, wirkten jedoch häufig routiniert. Auch die Interaktion mit dem Publikum und zwischen den Bandmitgliedern fehlte. Es wirkte so, als wollte die Band das Tagträumen der Anwesenden nicht stören, als wäre jede:r im Saal für sich da, in seiner eigenen Welt.
Ältere Songs wie „Numb“ aus dem 2019 veröffentlichten Album „Oncle Jazz“ sowie das zu ihren bekanntesten Stücke gehörende „Lauren“ von 2016 wurden in ein Medley integriert. Überraschend kam das Ende nach „Say, Can You Hear“, nach dem die Musiker:innen die Bühne lautlos verließen. Nach lauten „Zugabe“-Rufen des Publikums folgten drei weitere Lieder, zu denen ihr mit Abstand bekanntester Song „Show Me How“ gehörte. Die Fans zückten ihre Handys, sangen mit und waren sichtlich begeistert. Das temporeiche, beschwingte Lied „Billie Toppy“, das sich von dem typischen Klang von „Men I Trust“ maßgeblich unterscheidet, brachte die Menschen zum Tanzen und bildete den Abschluss des etwa anderthalbstündigen Konzerts, das tatsächlich einem Traum ähnelte.