„Mit jedem Song geht für mich eine Welt auf“
von CampusCrew Redaktion am 06.06.2026
von Helena Stahnke

Alin Coen begeistert das Publikum seit 2007 mit ihren gefühlvollen, lyrischen Texten. Mit ihrem neuen Album „Du bedeutest mir die Welt“ zeigt sie einmal mehr, wie treffend sie Gefühle in Musik übersetzen kann. Zwischen Hoffnung, Melancholie und Achtsamkeit erzählt die Singer-Songwriterin von den Beziehungen, die unser Leben prägen. Im Interview erzählt Alin Coen die Geschichten hinter ihren neuen Liedern.
In deinem neuen Album „Du bedeutest mir die Welt“ führst du die Zuhörer doch viele Emotionen. Was hat dich denn dazu bewegt, das Album so emotional zu gestalten?
Also das mit den Emotionen ist glaube ich gar nichts, was ich mir irgendwie aussuche. Ich glaube, das bin einfach ich. Wenn ich Musik mache, setze ichmich einfach hin und schaue, was für Emotionen. Und so entstehen dann die Lieder. Das heißt, dieses Musikmachen bringt mich auch noch mal in so einen besonders emotionalen Zustand, glaube ich.
Wie lange hat es gedauert, dein Album fertigzustellen?
Dieses Mal ging es für meine Verhältnisse superschnell. Ich habe insgesamt zwei Jahre gebraucht, von der ersten Idee des ersten Songs bis hin zu dem letzten Song. Normalerweise habe ich so bis zu anderthalb Jahre für ein einzelnes Lied gebraucht. Diesmal habe ich es geschafft, etwa alle zwei Monate einen Song zu schreiben. Den Song „Kapitulation“ habe ich aber zwölf Jahre mit mir herumgetragen. Also, wenn ich den mitzähle, hat es viel länger gedauert.
Was macht dir beim Entstehungsprozess eines neuen Albums am meisten Spaß?
Ich mag den Songwriting-Prozess sehr gerne. Ich finde den Zustand, an Songs zu arbeiten, schön. Mit jedem Song geht für mich immer eine Welt auf.
Das gesamte Album und vor allem das Lied „Du bedeutest mir die Welt“ klingen wie eine Liebeserklärung. Gilt diese jemandem bestimmten?
In dem Song geht es eigentlich um Achtsamkeit und darum, dass wir manchmal mit Leuten, die uns nahestehen, nicht so gut umgehen. Es geht darum, sich die Zeit zu nehmen und zu sagen: Hey, du bedeutest mir die Welt.
Auch im Lied „Die wichtigen Zahlen“ singst du von Achtsamkeit. Spielt dieses Thema in deinem Alltag eine große Rolle?
Ich glaube es ist gut, achtsam durchs Leben zu gehen. Ich habe 2012 eine zehntägige Schweigemeditation gemacht und so hat es angefangen. Seitdem ist das Thema Achtsamkeit präsent in meinem Leben. Ich erfülle aber definitiv nicht meine eigenen Ansprüche. Ich wäre gerne noch achtsamer mit allem.
Die Lieder auf dem Album schwanken zwischen vielen Emotionen, wie Zweifel und Hoffnung. Spielt die Reihenfolge der Songs dabei eine Rolle?
Die Reihenfolge habe ich nach Gefühl gemacht. Ich habe mich gefragt: Welches Lied wünsche ich mir als nächstes? Was könnte ich jetzt gut als nächste Emotion gebrauchen? Es sollte nicht zu einseitig, sondern ein bisschen abwechslungsreicher sein.
Gibt es für dich eine Emotion, die im Album überwiegt?
Ich bin ehrlich gesagt ganz überrascht, wie melancholisch ich das Album amEnde nun finde. Selbst bei den Liedern, bei denen ich ein positives Gefühl habe, schwingt schon in meiner Stimme viel Melancholie mit. Aber meine Intention ist auf jeden Fall so ganz viel Wohlwollen und Positivität.
Mit „Mond und Erde“ und „Alles beginnt im All“ beziehst du das Weltall in dein Album mit ein. Was bedeutet das im Kontrast zu den Emotionen?
Tatsächlich war „Alles beginnt im All“ der erste Song, den ich für das neue Album geschrieben habe. Da hatte ich noch einen anderen Plan. Ich wollte etwas tanzbares schreiben. Ein Vortrag des Youtubers Niklas Kolorz, der Videos zur Weltraumforschung macht, hat mich letztendlich inspiriert. Er hat mich auch aus einer Schreibblockade geholt, in der ich seit Corona gesteckt habe. Ich hatte dann Lust einen Song zu dem ‚Universums–Gefühl‘ schreiben. Denn alles, was wir erfahren, hat viel mit dem Kosmos zu tun. Wir sind nicht getrennt davon, sondern es ist Teil unseres Lebens.
Hast du einen Lieblingssong auf dem Album?
Ich habe keinen Lieblingssong auf dem Album, aber ich habe einenLieblingsmoment. Und zwar, wenn bei „Du bedeutest mir die Welt“ der Chor einsetzt. Das finde ich richtig bewegend.
Im Juli geht es für dich auf Tour. Was bedeutet es dir, dein Album live dem Publikum zu präsentieren?
Für mich ist die Rückmeldung, die man durch das Publikum bekommt, sehrschön. Ich genieße die ruhigen Momente und auch die euphorischen Momente mit dem Publikum sehr. Live mitzubekommen, was die Songs für manche Leute bedeuten, ist toll. Musik kann eine Brücke schlagen, sodass man sich verbunden fühlt.
Bildcredits: Tristan Vostry