Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage – „Hamlet“ am Stadttheater Passa
von CampusCrew Redaktion am 08.07.2026
William Shakespeares „Hamlet“ gilt als eines der berühmtesten Schauspiele überhaupt. Im 17. Jahrhundert erstmals am Globe Theatre in seiner heutigen Fassung uraufgeführt, feierte die Aufführung vergangenen Freitag Premiere am Passauer Stadttheater. Benedikt Schulz spielt die gleichnamige Hauptrolle und hat der Campus Crew auf der Veste Oberhaus einige Fragen zu seiner Figur beantwortet.
Von Mika Kawalleck
Dein Ensemble führt „Hamlet“ auf, eines der bekanntesten Werke aller Zeiten. Was empfindest du dabei?
Im Grunde ist es ein Theaterstück wie jedes andere auch. Meine Arbeitsweise bleibt dieselbe. Aber während ich mich dann in die Rolle reinbegeben und sie gespielt habe, habe ich schon gemerkt, dass das Stück schon doch was sehr, sehr Besonderes ist. Weil es einfach so viele grundlegende, philosophische Fragen des Lebens aufwirft. Ich finde das so toll verpackt von Shakespeare. Man kommt irgendwie aus dem Staunen nicht raus, was in diesen Texten da alles verarbeitet ist und wie präzise das ist. Und das ist schon wirklich bisher einzigartig für mich in meiner Arbeit.
Deine Rolle denkt viel nach, rätselt ein bisschen mit sich selbst. Wie bringt man das auf die Bühne?
Grundsätzlich ist es so, dass der Text da einfach ganz viel macht. Am Anfang beschließt Hamlet, er will Rache an seinem toten Vater üben. Und dann passiert eigentlich ganz lange nichts. Er hadert die ganze Zeit damit, das ganze Stück über eigentlich. Und dann ist es darstellerisch einfach wichtig, das Publikum dir beim Denken zuschauen zu lassen – möglichst natürlich.
Shakespeares Werke sind abgesehen von ihrer Bekanntheit recht alt. Manche könnten sagen: Das ist nicht mein Ding, das muss ich mir nicht anschauen. Warum sollte man trotzdem zu „Hamlet“ gehen und was macht das Ganze heute noch modern?
Interessant sind diese Fragen, die in „Hamlet“ aufgeworfen werden: Warum lebt man überhaupt? Was hält einen in dieser Welt? Es ist schon sehr negativ, dieses Weltbild. Aber es ist ja trotzdem eine sehr grundlegende Frage, die sich eigentlich jeder früher oder später mal stellt. Warum macht man diesen ganzen Terz hier eigentlich? Das ist etwas, was meiner Meinung nach auch niemals vorbeigehen wird. Ich finde, es kann einfach niemand so gut diese Fragen und Themen verwurschteln, wie Shakespeare das kann. Und das ist ihm in „Hamlet“ so gut gelungen.